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Pleuraerguss

Die Pleura ist eine seröse Haut, die die Lungen, das Mediastinum, das Zwerchfell und die innere Brustkorbwand bedeckt. Zwischen den beiden Blättern, die einerseits die Lunge und andererseits die Brustkorbwand auskleiden kann sich Flüssigkeit ansammeln, der sogenannte Pleuraerguss. Das Wasser drückt die Lunge zusammen, die Lunge kann sich nicht mehr richtig entfalten und es kommt zur Luftnot bei den Patienten.

Die Ursachen des Ergusses sind sehr vielfältig. Stellt sich bei der Untersuchung der durch Punktion gewonnenen Flüssigkeit heraus, dass viel Eiweiß darin enthalten ist (ein Exsudat) muss die Ursache im Brustkorbraum gesucht werden. Am häufigsten handelt es sich um eine entzündliche oder bösartige Erkrankung, die abgeklärt werden muss.

Maligne Ergüsse entstehen in der Regel durch direkten Tumorbefall der Pleura (= „Pleuritis carcinomatosa”)

Nahezu alle bösartigen Erkrankungen können mit einer Beteiligung der Pleura einhergehen, die beiden häufigsten Grundleiden sind jedoch das Bronchial-(Lungen) und das Mamma (Brust)karzinom.

Ferner gibt es mit dem Pleuramesotheliom auch primär in der Pleura gewachsene Tumore.

Häufig gelingt es in dem durch Punktion gewonnenen Erguss  Zellen oder Bakterien nachzuweisen die einen Hinweis auf die Erkrankung geben.Ist dies nicht möglich erfolgt zur genauen Diagnosefindung eine Brustkorbspiegelung mit Probeentnahme aus der Pleura.

Behandlung des Pleuraergusses bei bösartiger Erkrankung

Maligne Pleuraergüsse können durch wiederholtes Nachlaufen und wiederkehrende Luftnotsymptomatik zu einem erheblichen Problem werden. In solchen Situationen ergibt sich die Notwendigkeit zur  Pleurodese. Dabei werden die beiden Pleurablätter durch die Reizentzündung, hervorgerufen durch einen Puder, verklebt.

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Dazu führen wir über zwei 1 cm lange Schnitte eine Brustkorbspiegelung durch, saugen die gesamte Flüssigkeit ab, lösen die Lunge um Raumbildungen zu vermeiden und sprühen unter Sicht einen Puder (Talkum) auf die Lunge und das Rippfell. Damit erreichen wir eine gute Therapie der Luftnot, das Grundleiden selbst ist jedoch nur mit einer Chemotherapie zu behandeln.

Durch die enge Kooperation mit der onkologischen Abteilung können wir in dieser Weise einer Vielzahl von Patienten effektiv helfen.

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