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Lungenkrebs

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten und betrifft Männer etwa dreimal so oft wie Frauen. Da die Erkrankung von den Zellen der Bronchien innerhalb der Lunge ausgeht, spricht man auch vom Bronchialkrebs.

Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 38000 Menschen, davon ca. 29000 Männer.

Risikofaktoren

Hauptrisikofaktor für die Erkrankung ist Tabakrauch, im Wesentlichen das Rauchen von Zigaretten. Menschen, die rauchen, haben gegenüber Nichtrauchenden ein bis zu 30 fach erhöhtes Erkrankungsrisiko. Passivrauchen erhöht das Risiko ebenfalls. Als krebsfördernd gilt auch das Einatmen von bestimmten Schadstoffen am Arbeitsplatz, z.B. Asbest, Arsen, Chrom, Nickel, aromatischen Kohlenwasserstoffen und Radon.

Tumorarten

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen von Lungenkrebs, die sog. kleinzelligen und die nichtkleinzelligen Bronchialkrebse. Die Unterscheidung betrifft das biologische Verhalten der Tumore und ist im Hinblick auf die Therapie von Bedeutung. Die genannten Risikofaktoren gelten für beide Formen.

Die Diagnose des Lungenkrebs

Lungenkrebs macht im Frühstadium nur selten Beschwerden. Eine gezielte Früherkennungsuntersuchung gibt es nicht. Zu den Symptomen, die man vor allem wenn man raucht unbedingt ärztlich abklären lassen sollte, zählen

  • ein neu aufgetretener, anhaltender Husten,
  • ein sich verschlechternder chronischer Husten,
  • Auswurf mit oder ohne Blutbeimengungen sowie
  • Atemnot, Fieberschübe, allgemeine Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust.

Zeigt die Lunge im Röntgenbild verdächtige Veränderungen, sind weitere Untersuchungen erforderlich. Zunächst führen wir ergänzend eine Computertomographie zur Beurteilung des Lungentumors und Beurteilung der Lymphknoten durch. Ergänzt wird die Untersuchung durch ein Postronenemisionstomogramm (PET), welches die Ausbreitung und das Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen beurteilt. Zudem untersuchen wir die Leber und die Nebennieren nach Tochtergeschwülsten.

Eine Gewebeprobe sollte letztendlich die Diagnose bestätigen. Diese gewinnen wir mit Hilfe einer Spiegelung, der Bronchoskopie, bei der ein Schlauch über die Luftröhre in die Bronchien vorgeschoben wird, so dass eine gezielte Probenentnahme an verdächtigen Stellen möglich ist. Manchmal erfolgt diese Untersuchung in Narkose. Wenn bei der Bronchoskopie kein Zellmaterial für die Diagnosesicherung gewonnen werden kann, wird eine Feinnadelbiopsie durchgeführt. Unter computertomographischer Kontrolle wird eine dünne Nadel durch die Brustwand in den verdächtigen Bezirk vorgeschoben und etwas Gewebe angesaugt. Finden sich in den Gewebeproben Krebszellen, stellt sich die Frage, wie der Tumor sich ausgebreitet und ob er bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen gebildet hat.

 

Therapie und Nachsorge

Die Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausbreitungsgrad und danach, ob es sich um ein kleinzelliges oder ein nichtkleinzelliges Karzinom handelt.

Beim nichtkleinzelligen Karzinom gibt es die Behandlungsmöglichkeiten Operation, Bestrahlung (Strahlentherapie) und Behandlung mit zellwachstumshemmenden Medikamenten (Chemotherapie). In welcher Reihenfolge oder Kombination diese Möglichkeiten eingesetzt werden, hängt vom Stadium der Erkrankung ab. In frühen Stadien gelten die Operation mit Entfernung der betroffenen Lungenanteile und eine radikale Lymphknotenentfernung als Methode der Wahl. Voraussetzung für die Operation ist eine ausreichende Lungenfunktion. Bei kleineren und örtlich begrenzten Tumoren ist nach vollständiger Entfernung keine weitere Therapie erforderlich. Eine zusätzliche Strahlentherapie wird dann durchgeführt, wenn der Tumor nicht ganz entfernt werden konnte oder Krebszellen in den Lymphknoten der Nachbarschaft gefunden wurden. Bei größeren Tumoren prüft man, ob eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie vor der Operation Vorteile bringt. Erscheint eine Operation grundsätzlich nicht möglich, wird häufig nur eine Bestrahlung durchgeführt. Neuere Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass sich der Behandlungserfolg in fortgeschritteneren Stadien durch eine zusätzliche Chemotherapie steigern lässt. Hat der Tumor bereits Metastasen gebildet, steht die Behandlung der durch die Ausbreitung der Erkrankung verursachten Beschwerden im Vordergrund. In diesen Fällen wird man häufig mit einer Chemotherapie beginnen. Zusätzlich können die von den Tochtergeschwülsten betroffenen Organe bzw. Körperregionen zur Linderung von Schmerzen bestrahlt werden. Bei größeren Einzelmetastasen wird von Fall zu Fall entschieden, ob eine operative Entfernung Vorteile bringt.

Treten große Flüssigkeitsansammlungen im Brustkorb auf, können wir dem Patienten durch eine Verklebung der Lunge an das Rippfell helfen. Dies gelingt elegant durch eine Spiegelung des Brustraumes und ein gezieltes Einbringen von Talkum. Dieses Talkum ruft einen Entzündungsreiz hervor und verklebt die Lunge mit dem Rippfell. Dadurch kann die Luftnot deutlich gemindert werden.

Das kleinzellige Karzinom bildet im Gegensatz zum nichtkleinzelligen Karzinom häufig schon in frühen Stadien kleinste Tochtergeschwülste. Auch reagiert es sehr viel empfindlicher auf eine Chemotherapie, die aus diesen Gründen in der Behandlung des kleinzelligen Karzinoms an erster Stelle steht. Ergänzend wird immer eine Bestrahlung durchgeführt; im frühen Stadium, um einer Ausbreitung der Erkrankung, insbesondere ins Gehirn, vorzubeugen, im fortgeschrittenen Stadium, um die Folgen der Erkrankung zu mildern. Die operative Entfernung des Tumors ist nur im Frühstadium eine wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeit und muss immer von einer Chemo- und Strahlentherapie begleitet werden.

Nachsorge und Heilungsaussichten

Nach der Behandlung finden regelmäßige Untersuchungen statt, um Therapiebedingte Komplikationen und Rückfälle der Erkrankung zu erkennen. Die Kontrollen bestehen hauptsächlich in einer gründlichen körperlichen Untersuchung. Nachsorgeuntersuchungen finden in den ersten beiden Jahren alle drei Monate, in den folgenden drei Jahren alle sechs Monate statt. Beim kleinzelligen Karzinom sind die Untersuchungsabstände im ersten Jahr kürzer.

Nur in ganz frühen Stadien bestehen erfolgreiche Heilungsaussichten. Leider wird der Krebs häufig erst in bereits fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Wichtig ist daher die gute Zusammenarbeit zwischen Lungenfachärzten, Lungenchirurgen, Chemotherapeuten und Strahlentherapeuten.

In späteren Stadien lassen sich durch Chemotherapie nur vorübergehende Rückbildungen erreichen. Die Therapie zielt in erster Linie darauf, Beschwerden so gut wie möglich zu verhindern oder zu lindern.

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