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Entzündung/Pleuraempyem

Das Pleuraempyem ist eine häufige Erkrankung mit Eiteransammlung in der Brusthöhle. Man rechnet damit, dass etwa 10 % aller Lungenentzündungen mit der Ausbildung eines Pleuraempyems einhergehen.

Bei der Entstehung des Pleuraempyems unterscheiden wir 3 Stadien

1. Phase des Ausschwitzens von Flüssigkeit in die Brusthöhle mit fadenförmigen Ablagerungen und Nachweis von Bakterien (exsudative Phase: 1.Woche)

2. Phase der Eiterbildung mit starker Belagbildung und Abkapselungen, die Lunge wird in ihrer Ausdehnung behindert (Fibrino-purulente Phase: 1. Monat)

3. Phase des Umbaus der Beläge in feste Strukturen mit erheblicher Beeinträchtigung der Lungenfunktion (Organisationsstadium > 1 Monat)

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Die Therapie

Entscheidend für die Therapie ist ein frühzeitiges Erkennen einer Eiteransammlung im Brustkorb.

In der Phase 1 kann mit gezielt gelegten dicken Drainagen im Brustkorb und einer Antibiotikatherapie heilend behandelt werden.

Ist die Phase 2 erreicht, ist eine alleinige Drainagetheapie häufig nicht mehr möglich. Durch eine Brustkorbspiegelung gelingt es die einzelnen Räume, die wie in einem gespenstischen Schloss spinnwebengleich erzeugt wurden zu eröffnen, die Eiterbeläge von der Brustwand und der Lunge zu entfernen und die Lunge zu befreien. Daraufhin wird der Brustkorb kräftig gespült und mit 2 Drainagen versorgt.

Wird die 2. Phase verpasst, kommt es zu einer festen Struktur von Belägen auf der Lunge. Diese Beläge sind dann nur noch durch eine aufwändige, offene Operation zu entfernen mit einem deutlich erhöhten Risiko für den Patienten.

Die erfolgreiche Behandlung des Pleuraempyems in der Frühphase setzt eine enge interdisziplinäre Behandlung zwischen internistischer und operativer Abteilung voraus. Jede Verzögerung gefährdet den Patienten.

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