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Brustraumspiegelung/Thorakoskopie

"Schlüsselloch-Operationen im Brustkorb"

Unser Spektrum

  • Behandlung des Pneumothorax
  • Behandlung des vereiterten Brustkorbes (Pleuraempyem)
  • Behandlung des bösartigen Pleuraergusses
  • Entfernung von Metastasen
  • Probegewinnung aus der Lunge und dem Rippfell

Geschichte der Brustraumspiegelung

Seit 1910 besteht die Möglichkeit mittels einer Optik in den Brustkorb hineinzuschauen. Erstmalig wurde 1990 bei einer Brustraumspiegelung die Videotechnik angewendet. Seit dieser Zeit haben sich die spiegelungstechnischen Operationen im Brustkorb rasant weiterentwickelt.

Wie funktioniert eine Brustkorbspiegelung?

Die Patienten werden vom Narkosearzt mit einer speziellen Technik beatmet, die es erlaubt, die Lunge nur auf der Seite zu beatmen, die nicht gespiegelt wird. Die Lunge auf der erkrankten Seite fällt zusammen. In dem knöchernen Brustkorb entsteht somit ein Arbeitsraum. In den Zwischenrippenräumen werden über kleine Schnitte die Optik mit Videokamera und die Arbeitsinstrumente eingeführt. Dann kann eine Vielzahl von Operationen in dieser Technik erfolgen.

Zum Abschluss der Untersuchung wird über einen Kunststoffschlauch (Thorax-Drainage) ein Unterdruck erzeugt. Dadurch kann sich die Lunge wieder entfalten.

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Blick in den Brustkorb

Welche Vorteile bestehen bei einer Spiegelungsoperation im Brustkorb?

Während bei dem offenen Eingriff ein Schnitt von ca. 20 cm erforderlich ist, gelingt die Brustkorbspiegelungsoperation mit 3 kleinen, max. 1 cm langen Schnitten. Bei der offenen Operation müssen die Rippen auseinandergedehnt werden. Die kleinen Rippengelenke können dabei ausrenken, Rippen können brechen und die Zwischenrippennerven werden häufiger verletzt. Dies ist bei der Spiegelung nicht der Fall. Dadurch bestehen nach der Operation deutlich geringere Schmerzen, mit einer besseren Lungenfunktion und geringeren Infektkomplikationen, wie z. B. eine Lungenentzündung. Das Immunsystem wird weniger beeinträchtigt, der Blutverlust ist geringer und das kosmetische Ergebnis bei kleinen Schnitten verbessert.

Welche Operationen sind mit der Spiegelungstechnik möglich?

Die Brustraumspiegelung in Videotechnik ermöglicht bei Flüssigkeitsansammlungen im Brustkorbbereich die gezielte Absaugung der Flüssigkeit und zeigt die Ursache der Ergussbildung. Veränderungen des Rippenfells können begutachtet und durch eine Probeentnahme genau diagnostiziert werden.

Tumore an der Lungenoberfläche können mit speziellen Klammer- und Schneidegeräten entfernt werden und einer feingeweblichen Untersuchung umgehend zugeführt werden.

Schwere Entzündungen im Bereich des Brustkorbes (z.B. nach Lungenentzündungen) können gezielt behandelt werden durch Absaugen des Eiters, Spülen des Brustkorbes und Abtragen von eitrigen Belägen.

Tochtergeschwülste in der Lunge von Tumoren (z. B. bei Dickdarmkrebs) können bei günstiger Lage entfernt werden.

Entfernung einer Lungenmetastase in Spiegelungstechnik

Der Operation am Lungenkrebs wird überwiegende in offener Technik durchgeführt.

Eine sehr gute Möglichkeit der Behandlung in Spiegelungstechnik besteht beim Auftreten eines plötzlichen Lungenkollaps (Pneumothorax). Bei größeren Blasen in der Lunge kommt es zum Platzen der Blase, dadurch zum Eintritt von Luft in den Spalt zwischen Lunge und Rippenfell. Der normaler Weise bestehende Unterdruck in diesem Raum wird dadurch aufgehoben und die Lunge fällt zusammen. Durch Entfernung dieser Blasen und einer Teilentfernung des Rippenfells zur besseren Verklebung der Lunge mit dem knöchernen Brustkorbraum ist diese Erkrankung mit einer hohen Sicherheit zu behandeln; zurück bleiben drei 1 cm große Narben. Ohne diese Operation tritt ein erneutes Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 60 % wieder auf, da die Blasen erneut platzen können.

Die videoassistierte Brustkorbspiegelung ist heute ein wesentlicher Bestandteil der diagnostischen und der therapeutischen Brustkorbchirurgie. Durch die minimal-invasive Technik ist es auch möglich, ältere Patienten mit sonst eingeschränkter Operationsfähigkeit sicher und effektiv zu behandeln.

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