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Sektion Wirbelsäulenchirurgie

Operative und konservative Therapie der Wirbelsäule

Viele Erkrankungen der Wirbelsäule können konservativ, d. h. ohne Operation, behandelt werden. In unserem Krankenhaus kommen verschiedene Behandlungsmaßnahmen wie z.B. epidurale Infiltrationen, Infiltrationen der kleinen Wirbelgelenke, Nervenwurzelblockaden und natürlich die intravenöse Gabe von Schmerzmitteln zur Anwendung. So kann bei akuten und chronischen Rückenschmerzen oft eine schmerzfreie Bewegung wieder möglich gemacht werden.

In speziellen Fällen führen wir eine sogenannte multimodale Schmerztherapie durch. Dazu bleiben die Patienten in der Regel 14 Tage stationär und werden intensiv von unserer Schmerztherapeutin betreut. Die Patienten erhalten neben der medikamentösen Therapie eine psychologische Betreuung und werden bedürfnis- und krankheitsgerecht krankengymnastisch beübt. Außerdem kommen wirbelsäulennahe Infiltrationen zum Einsatz, in besonderen Fällen auch Nervenblockaden an anderen Körperregionen.
In Zusammenarbeit mit unserer Klinik für Schmerztherapie führen wir die Implantation von Schmerzkathetern zur Neuromodulation druch.

Die operative Therapie betrifft alle Wirbelsäulenregionen von der Halswirbelsäule bis zum Steißbein. In unserer Klinik werden verschiedene operative Techniken im Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich je nach Krankheitsbild als minimalinvasive Verfahren oder größere stabilisierende Verfahren angewendet.

1. Mikrochirurgische Bandscheibenoperationen und Dekompressionen des Spinalkanals

Falls die konservative Therapie bei einem Bandscheibenvorfall oder einer Enge im Spinalkanal keine Besserung bringt oder akute Lähmungen auftreten, sind meistens eine Bandscheibenoperation bzw. eine Entlastung des Spinalkanals notwendig. In unserem Krankenhaus kommen in diesen Fällen mikrochirurgische Verfahren unter Verwendung eines OP-Mikroskops sowie endoskopische Verfahren zum Einsatz. Beim endoskopischen Verfahren wird über einen ca. 1 cm kleinen Hautschnitt ein Arbeitskanal an das betroffene Segment gelegt und der Bandscheibensequester mit Hilfe des Endoskopes entfernt. Nach der Operation ist meist eine zeitnahe Beschwerdefreiheit zu erreichen. Die Patienten dürfen am Operationstag aufstehen und nach kurzer Zeit das Krankenhaus verlassen. Ähnliches gilt für mikrochirurgische Verfahren, der Hautschnitt in der Mitte über den Dornfortsätzen ist nur ca. 3-4 cm groß, es werden so wenige Weichteile wie möglich verletzt.

nppL4-L5      nppL4-L5 2

     
endoskopische Nukleotomie                    nach Sequestrotomie

2. Sinterungs-/osteoporotische Frakturen und traumatische Frakturen

Im Alter kommt es öfters ohne Sturzereignis zu Sinterungsfrakturen der Wirbelkörper, meistens im Rahmen der Osteoporose. In unserem Krankenhaus wird ein Verfahren mit Aufrichtung des Wirbelkörpers mittels Ballon (Kyphoplastie) und anschließend Stabilisierung des Wirbelkörpers mit dem Spezialzement durchgeführt. Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die Patienten schnell eine Schmerzlinderung erreichen und kurz nach dem Eingriff wieder mobilisiert werden.
Bei jungen Leuten mit einer z.B. unfallbedingten Fraktur eines Wirbels wird ein percutanes Stabilisierungsverfahren angeboten. Bei schweren Brüchen eines oder mehrerer Wirbel führen wir auch Wirbelkörperersatzoperationen durch.

osteop sinterungsfraktur 1      zn kyphoplastie
Ballon-Kyphoplastie bei osteoporotischer Fraktur

A4 fraktur
A4 Fraktur bei Plasmozytom

A4 fraktur 2      A4 fraktur 3
perkutane Stabilisierung L2 auf L4 bei LWK3 Fraktur

3. Spinalkanalstenosen

Spinalkanalstenosen (Einengung des Spinalkanals) kommen meistens bei älteren Menschen vor im Rahmen von Verschleißerscheinungen an den kleinen Gelenken der Wirbelsäule und Schädigung der Bandscheiben. Daraus entstehen oft Symptome wie Rückenschmerzen mit ausstrahlenden Schmerzen in die Beine und eine reduzierte Gehfähigkeit. Nach einer Ausschöpfung der konservativen Therapie werden die Stenosen meist behandelt durch eine minimalinvasive sogenannte Dekompressions-Operation. Bestehen eine schwere Stenose mit Instabilität in einem oder mehrerer Bewegungssegmente oder ein starker Bandscheibenverschleiß kommen eine Versteifungsoperation des betroffenen Segments durch ein Schrauben-Stab-System und eines Platzhalters im Zwischenwirbelfach zur Anwendung. Der Platzhalter kann von hinten (PLIF) oder auch von vorne (ALIF) eingebracht werden. Gerade bei Pseudarthrosen (ausgebliebene knöcherne Heilung nach vorangegangener OP) bietet sich eine Operation der Wirbelsäule von vorne an, unsere Klinik ist hierauf besonders spezialisiert.

dorso-ventrale-spondylodese L4-S1      dorso-ventrale-spondylodese L4-S1 2
dorso-ventrale Spondylodese L4 - S1 bei Spinalkanalstenose

Bei entzündlichen, tumorbedingten Veränderungen der Wirbelsäule mit akuter Verschlechterung der Lebensqualität und permanenten Rückenschmerzen, Lähmungserscheinungen oder Bewegungsunfähigkeit kommen Wirbelsäulenstabilisierungen über mehrere Etagen mit Schrauben-Stab-System und ggf. Wirbelkörperersatz in Frage. Grundprinzip der Stabilisierung ist die Wiederherstellung einer normalen Anatomie der Wirbelsäule.

Bei Tumoren bieten wir Tumorablationen an durch eine spezielle Sonde, die in den Wirbel eingeführt wird. Damit können Metastasen behandelt werden und auch Osteoidosteome. Eine schnelle Schmerzreduktion ist hierdurch zu erreichen.

osteolyse3      osteolyse4
Osteolyse LWK4

osteolyse      osteolyse2
Zustand nach perkutaner Stabilisierung dorsal und Wirbelkörperersatz ventral

instabilitaet nach spondilodese 3
Anschlussfraktur LWK3 bei Zustand nach Spondylodese L3 - L5

instabilitaet nach spondilodese      instabilitaet nach spondilodese 2Relordosierung durch PSO und Verlängerung der Spondylodese von L1 - S1

4. Minimalinvasive Schmerztherapie

In unserer Klinik werden ebenfalls endoskopische Facettengelenkdenervierungen sowie Iliosakralgeleksdenervierungen durchgeführt (Nervenverödungen).
Diese erfolgen nach vorheriger exakter diagnostischer Infiltration unter Röntgenkontrolle der entsprechenden kleinen Gelenke.

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