Google+

Multimodale Schmerztherapie

Das Konzept Multimodale stationäre Schmerztherapie wird in unserer Klinik unter der ärztlichen Leitung des Chefarztes der Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie Herrn PD Dr. Stefan Soltesz umgesetzt und geleitet.

Was ist multimodale Schmerztherapie?

Die moderne Medizin kann die Beschwerden vieler Patienten lindern, oft Krankheiten sogar vollständig heilen.
Dennoch gibt es eine Reihe von Patienten, denen nicht befriedigend geholfen werden kann, und die auch nach langwierigen Therapien weiter unter chronischen Schmerzen leiden.
Durch die erzwungene körperliche Schonung treten dann oft weitere Beschwerden wie Muskelschwäche, Verlust der Beweglichkeit oder Gelenkschäden auf.
Zusätzlich kann die länger anhaltende Krankheit psychische Veränderungen wie Reizbarkeit, Aggressivität oder Depressionen auslösen.
Häufig beeinträchtigt eine lange anhaltende Erkrankung sowohl die Belastbarkeit für ein berufliches Leistungsprofil als auch die Teilhabe an sozialen Kontakte, weil die Schmerzen den Rückzug aus Aktivitäten begünstigen.
Manche Patienten sind dann in einem Teufelskreis gefangen, aus dem sie aus eigener Kraft nur schwer wieder herauskommen.
Im Rahmen unserer stationären Schmerztherapie behandeln wir chronische Schmerzen, die auf die bisherigen Behandlungen nicht ausreichend angesprochen haben.
Dabei setzen wir auf ein sehr intensives Konzept, bei dem viele unterschiedliche Fachdisziplinen mit verschiedenen Ansätzen gleichzeitig und gemeinsam an Ihrer Genesung arbeiten.
Durch diese Zusammenarbeit gelingt es in der Regel, schneller und nachhaltiger Erfolge zu erreichen, als mit einer Behandlung durch eine einzelne Fachdisziplin alleine.

Unsere Therapiebausteine

Das Konzept ist keine Notfallbehandlung von starken Schmerzen, sondern ein langfristig orientiertes Konzept, das auf 2 wesentlichen Grundpfeilern beruht:
Zum Einen wird durch einen intensiven, gemeinsamen Ansatz vieler medizinischer Spezialisten den Beschwerden auf vielen Ebenen gleichzeitig begegnet.
Zum Anderen wird das Verständnis der Patienten für ihre Erkrankung gefördert und sie lernen durch übende Verfahren, ihre Beschwerden eigenständig zu lindern.
Eine wesentliche Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist die Bereitschaft der Patienten, sich auf alle Therapieangebote einzulassen, Eigenverantwortung zu übernehmen und aktiv mitzuarbeiten.
Selbstverständlich kommen aber bei Bedarf auch eine medikamentöse Schmerztherapie oder invasive Techniken wie Injektionen oder Schmerzkatheter zur Anwendung.
Einen sehr großen Anteil am Behandlungserfolg hat sehr häufig die begleitende Psychotherapie, die nicht nur psychische Begleiterscheinungen verbessern kann, sondern auch den Umgang mit den Schmerzen positiv beeinflusst.
Die stationäre Behandlung dauert etwa 2 Wochen, in denen jeder Patient einen individuellen Therapieplan erhält, der sich aus vielfältigen Einzel- und Gruppenangeboten zusammensetzt.
Es wird großer Wert darauf gelegt, dass an jedem Tag mehrere Untersuchungs- und/oder Behandlungseinheiten stattfinden, um eine möglichst hohe Intensität zu erreichen.

Medizinische Therapie

  • Anamneseerhebung und körperliche Untersuchung
    durch einen Schmerztherapeuten
  • tägliche Schmerzvisite
  • Anpassung der Schmerzmedikation
  • diagnostische und therapeutische Nervenblockaden

Physiotherapie

  • manuelle Therapie
  • Krankengymnastik
  • Krankengymnastik an Geräten
  • medizinische Trainingstherapie
  • Bewegungsbad
  • Ergotherapie
  • Arbeitsplatzberatung
  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson

Psychotherapie

  • Regelmäßige Einzel- und Gruppengespräche
  • Analyse von schmerzverstärkenden Faktoren
  • Training von schmerzreduzierenden Verhaltensmustern
  • Vermittlung von Strategien zur Selbstberuhigung
  • Anleitung zur Erweiterung der sozialen Aktivitäten
  • Behandlung von Ängsten und Depressionen

Flyer

Zurück Weiterempfehlen Seite drucken