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Harninkontinenz

Untersuchung und Behandlungsmöglichkeiten

Nahezu jede dritte Frau ist im Laufe ihres Lebens von diesem Problem betroffen. Hieraus ergeben sich vielfältige Fragestellungen. Leider äußert sich nur ein Teil der Frauen Ärzten gegenüber und passt eher die Lebenssituation an. Hieraus resultieren nicht selten Rückzug vom sozialen Leben und Partnerschaftsprobleme. Im Folgenden möchten wir Ihnen die notwendigen Untersuchungen und die Behandlungsmöglichkeiten darstellen.

Das Symptom Harninkontinenz (ungewollter Harnverlust) kann verschiedene Ursachen haben. Daher ist es notwendig, eine eingehende Untersuchung voranzustellen. In unserer Inkontinenzsprechstunde bieten wir Ihnen die Möglichkeit dazu.

Man unterscheidet zwischen Drang- und Belastungsinkontinenz. Die Belastungsinkontinenz tritt bei körperlicher Anstrengung auf. Durch erhöhten Druck im Bauchraum tritt Harn aus der Blase aus, da der Verschlussmechanismus dem Druck nicht standhält. Bei der Dranginkontinenz tritt Harn aus, da die Blase sich eigenständig zusammenzieht und keine Kontrolle möglich ist. Oft findet man Kombinationen aus beiden Formen. Ein sehr häufiges Problem ist die Drangblase. Die Patientin empfindet starken Drang, obwohl keine hohe Füllung der Blase vorliegt. Nicht selten entsteht dies durch jahrelanges vorbeugendes zur Toilette Gehen um einen Harnverlust zu vermeiden.

Nach einer gründlichen Befragung über die Symptome und die Gewohnheiten sowie Medikamente und Erkrankungen schließt sich in aller Regel die so genannte Urodynamische Messung an. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren zur Vermessung der Blase und der Harnröhre.

Die Harnblase wird mit Flüssigkeit gefüllt. Unterdessen misst das Gerät den Blaseninnendruck. Es kann nun festgestellt werden, ab welcher Füllung die Patientin Druck verspürt oder Wasser lassen würde. Eigenständiges Zusammenziehen der Blase kann überdies dargestellt werden. Dies ist sehr wichtig, da eine Inkontinenz durch eine Eigenständigkeit der Blase nicht operativ, sondern medikamentös oder mittels alternativer Behandlungsformen (z.B. Akupunktur/Biofeedback) therapiert werden kann. In weiteren Schritten wird geprüft, wie die Verschlussfähigkeit der Harnröhre und ihrer Umgebung zu bewerten ist. Dazu wird mit einem kleinen Sensor die Harnröhre von innen abgetastet. Des Weiteren ist der Grad der Inkontinenz messtechnisch darstellbar. Die Untersuchung ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Diagnosefindung und Therapieempfehlung zu den meisten Fragestellungen der Inkontinenz. Sie dauert ca. 10 bis 15 Minuten und ist sicherlich unangenehm, jedoch in der Regel nicht schmerzhaft.

Dranginkontinenz kann zum Teil mit Medikamententen gelindert werden. Bei lokalem Hormonmangel nach den Wechseljahren kann durch Hormonzäpfchen in der Scheide oft die Drangsymptomatik verbessert werden. Eine gute Beckenbodengymnastik verbessert die Restfunktion der Beckenmuskulatur und kann bei leichten Formen der Harninkontinenz schon ausreichend sein. Beim Phänomen der Drangblase kann eine Reizstromtherapie in Verbindung mit einem Blasentraining oft Abhilfe schaffen. Bei zusätzlicher Senkung der Scheide oder der Gebärmutter kann auch eine Senkungsoperation sinnvoll sein.

Die höheren Grade der Belastungsinkontinenz werden in der Regel operativ behandelt. Wichtig ist dabei zu beachten, dass sehr sorgfältig abgewogen werden muss, ob Inkontinenzoperationen mit Senkungsoperationen kombiniert werden sollen. Zur Behebung oder Verbesserung der Belastungsinkontinenz bevorzugen wir die laparoskopische Kolposuspension. Ein grundsätzlich traditionelles Verfahren welches wir mit Kameratechnik (Endoskopie) durchführen und so auf Fremdgewebe verzichten können.   Die Einlage eines Kunststoffbandes unter die Harnröhre setzen wir immer dann ein wenn auf Grund des Gesundheitszustandes der Patientin ein möglichst kurzer Eingriff notwendig ist. (TVT/TOBT/TVTO)

Werden gleichzeitig endoskopische Operationen im Bauchraum durchgeführt, wird meist eine seitliche Blasenhebung (Kolposuspension nach Burch) durchgeführt. Hierbei handelt es sich um die klassische Operationsmethode, die sehr gute Ergebnisse bringt und ohne Kunststoffband auskommt. (Wie oben beschrieben)

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