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Endoskopische Senkungschirurgie

Die Standardverfahren zur operativen Behandlung einer Scheiden- oder Gebärmuttersenkung werden häufig durch die Scheide operiert und führen hier oft zur Einengung und Narbenbildung. Da es seit langer Zeit alternative Verfahren gibt, die insbesondere das Gleichgewicht im Beckenboden berücksichtigen, haben wir für uns Möglichkeiten entwickelt, diese Operationen ohne Bauchschnitt durchzuführen.

Das Wichtigste vor jeder Operation ist die genaue Betrachtung, was sich in welchem Ausmaß senkt. Drei Richtungen der Senkung sind zu beachten. Einerseits kann sich die vordere (obere) Scheidenwand senken oder sogar vorwölben, dahinter liegt die Blase (Zystocele). Liegt diese Veränderung isoliert vor, wird sie häufig durch eine so genannte „vordere Plastik“ behandelt. Dies kann jedoch das Problem unter Umständen verstärken.

Folgendes muss bei der Untersuchung beachtet werden. Die Ursache für eine Zystocele kann durch einen Bruch (ein Ausdünnen) der vorderen Scheidenwand hervorgerufen sein.

Bild 1

Normalzustand

Bild 2

Hier hat sich das Gewebe in der Mitte ausgedünnt, es ist eine „Pulsionszystocele“ entstanden. Dies erkennt man leicht daran, dass die Querfalten der Scheide geglättet sind. In diesem Fall ist das Raffen des Bindegewebes (vordere Plastik) sinnvoll.

Häufig liegt die Ursache der Blasensenkung mehr an einem Defekt an der Seite (Traktionszystocele).

Bild 3

Führt man in diesem Fall eine vordere Plastik durch, verstärken sich die Defekte an der Seite. Nicht selten kommen gemischte Formen vor. Welche Veränderung im Vordergrund steht, ist dann ausschlaggebend für die Therapie.

Für die Senkung (oder das Vorwölben) der hinteren Scheidenwand gilt die gleiche Betrachtungsweise. Bei einer zentralen Ausdünnung kann ein Raffen des hinteren Bindegewebes sinnvoll sein. 

Meist liegt jedoch zusätzlich eine mangelnde Aufhängung des Beckenbodens insgesamt vor. Im extremen Fall fällt die gesamte Scheide mit Gebärmutter vor.

Um die Senkung nach unten auszugleichen, benötigt man Zug in die entgegengesetzte Richtung. Die geeignete Methoden sind die Sacropexie und Pectopexy, die wir laparoskopisch durchführen.

Bei der Sakropexie wird ein Kunststoffband am Kreuzbein befestigt und anschließend der Beckenboden daran aufgehängt. Im günstigsten Fall heften wir das Band (mesh) an den Gebärmutterhals. Alternativ wird das Scheidenende freigelegt und das Band hier angeheftet. Bei der Pectopexie erfolgt die Aufhängung seitlich am Becken. Wichtig ist, dass die Techniken so ausgeführt werden, dass die Scheidenachse nicht verzogen wird.

Um die eingangs dargestellte vordere Senkung durch seitlichen Defekt zu beheben, legen wir einen zusätzlichen Hohlraum vor der Blase an und erreichen so das defekte Gewebe. Die Defekte können dann mit Nähten verschlossen werden. Dieses Vorgehen wird als „lateral repair“ bezeichnet. Liegt eine Harninkontinenz vor, kann gleichzeitig der vordere Beckenboden stabilisiert werden, indem man Nähte zur Hinterseite des Schambeins legt (OP nach Burch ).

Diese Techniken, auf endoskopischem Wege operiert, ermöglichen uns die Korrektur von Senkungen in der Regel ohne Narbenbildung in der Scheide. Vor allem das Gleichgewicht im kleinen Becken kann so ohne verengende Maßnahmen wieder hergestellt werden.

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