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Gebärmutterentfernung

Methoden

Die verschiedensten Erkrankungen der Gebärmutter können es notwendig oder sinnvoll machen eine Gebärmutterentfernung durchzuführen.

Die am weitesten verbreiteten Standardoperationen sind die Entfernung über die Scheide und durch Bauchschnitt. Alternativ oder aus unserer Sicht günstiger sind die mikrochirurgischen (endoskopischen) Verfahren. Sie bieten einige Vorteile, die wir Ihnen gerne nahe bringen möchten.

Um dies verständlich zu machen, betrachten wir zunächst die Vor- und Nachteile der konventionellen Operationsmethoden. Beim Zugang durch die Bauchdecke liegt auf der Hand, dass eine große Gewebsverletzung mit nachfolgender Narbenbildung, Schmerzen und Empfindungsstörungen methodisch nicht zu vermeiden ist. Darüber hinaus findet man wesentlich häufiger Verklebungen im Bauch nach Bauchschnitten. Der Vorteil liegt in der guten Übersicht v.a. bei großen Gebärmüttern oder schon bestehenden Verwachsungen. Auch ein bändererhaltendes Vorgehen ist möglich. Die Operation durch die Scheide bietet die äußere Unversehrtheit und bei problemlosem Verlauf eine schnelle Erholung. Die Bänderschonung ist nicht möglich, die Übersicht ist eingeschränkt und die Verletzungsmöglichkeit der Blase ist gegeben, jedoch sehr selten. Der Eingriff verkürzt i.d.R. die Scheide und führt zur Nervendurchtrennung im hinteren Scheidendrittel.

Die endoskopische Gebärmutterentfernung bietet den Vorteil ohne Baucheröffnung auszukommen, gleichzeitig jedoch eine noch bessere Übersicht über das Operationsgebiet (7-fache Vergrößerung) zu haben. Es ist eine vollständige Entfernung unter Erhaltung der Gebärmutteraufhängung (Bänder) möglich wie auch eine Teilentfernung mit Erhaltung des Gebärmutterhalses und der Gebärmutteraufhängung (LASH). Gleichzeitig können Operationen an den Eierstöcken sowie Inkontinenz- und Senkungseingriffe durchgeführt werden. Auch eine zusätzliche Lymphknotenentfernung bei Gebärmutterkrebs ist möglich.

Zeichnung

Bei der „laparoskopischen supracervikalen Hysterektomie“ LASH bleibt der Gebärmutterhals erhalten und die Scheide völlig unberührt. Das bietet einige Vorteile: Der Beckenboden wird nur minimal verletzt, so dass schnell wieder normale Belastungen möglich sind. Es bedarf keiner langen Abstinenz beim Geschlechtsverkehr und eine Beeinträchtigung der Empfindsamkeit ist nicht zu erwarten.

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Gebärmutterhals eingebettet in die Bänder des Beckenboden

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Nervengeflecht welches Gebärmutterhals und einen Teil der Scheide versorgt

Voraussetzung sind regelmäßige Abstriche und keine besonderen Risiken für Gebärmutterhalskrebs (z.B. bekannte HPV-Viren).

Wenn wir eine vollständige Gebärmutterentfernung endoskopisch durchführen, nutzen wir ein Verfahren, welches von Professor Hohl aus Baden (Schweiz) entwickelt wurde. Durch eine spezielle Gebärmutterhalskappe gelingt es, eine hohe Gewebespannung aufzubauen, so dass die Harnleiter und die Blase nicht berührt werden. So kann die Gebärmutter vollständig ausgeschält werden ohne den Halteapparat (die Bänder) zu zerstören. Die vollständige Erhaltung der Bänder ist wichtig, damit ein fester Halt für das Scheidenende gegeben ist und es nicht zu einer Senkung kommt.

Zeichnung 4

Nachteile der Verfahren sind, dass kleine Narben im Unterbauch (5 bis 10 mm) zurückbleiben. Auf Wunsch führen wir selbstverständlich auch die klassischen Operationen durch.

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