Google+

Wie ist das Kniegelenk aufgebaut?

Wenn Sie den Aufbau eines Kniegelenkes kennen, fällt es Ihnen leichter, die Schädigungen dieses Gelenkes und die damit verbundenen Beschwerden zu verstehen.

Im Kniegelenk bewegt sich der Oberschenkelknochen (Femur) mit dem Unterschenkelknochen, dem Schienbein (Tibia). Der zweite Unterschenkelknochen, das Wadenbein (Fibula) gehört nicht zum Kniegelenk. Die Gelenkflächen an den Knochenenden sind mit Knorpel überzogen, was ein glattes, sanftes Bewegen der Knochen gegeneinander erlaubt. Die Gelenkfläche des Oberschenkels, bestehend aus innerer und äußerer Knierolle, ist gewölbt, die Gelenkflächen des Unterschenkels am Schienbeinkopf sind etwas gemuldet. Die an den Rändern entstehenden Hohlräume werden durch die Menisken (innerer und äußerer Meniskus) ausgefüllt. Es handelt sich dabei um keilförmige, halbmondförmige Knorpelscheiben. Diese Menisken haben für die Bewegung und Belastung des Kniegelenkes eine führende Bedeutung und als sogenannte Dämpfer eine Pufferwirkung.

Ein dritter Knochen, die Kniescheibe (Patella), gehört ebenfalls zum Kniegelenk und bildet mit einer Gelenkfläche am Oberschenkel gewissermaßen ein weiteres Gelenk. Die Kniescheibe gleitet bei jeder Beugung und Streckung des Kniegelenkes nach unten bzw. nach oben. Die Patella ist in die Sehne des Oberschenkelstreckmuskels eingelassen, die an einem Vorsprung am Schienbein verankert ist. Für die feste und exakte Führung des Kniegelenkes sorgen die Bänder. Es gibt ein inneres und ein äußeres Seitenband sowie zwei Kreuzbänder, ein vorderes und ein hinteres Kreuzband, die im Gelenk liegen. Dieser Bandapparat sorgt bei den Bewegungen des Kniegelenkes im Zusammenspiel mit der Muskulatur für die richtige Führung und den festen Halt. Voraussetzung dafür ist eine gute kräftige Muskulatur.

Das Kniegelenk ist auch – wie alle Gelenke – von einer Gelenkkapsel umhüllt. Diese Gelenkkapsel besteht aus zwei Teilen, einer straffen Gelenkkapsel, die das Gelenk insgesamt schützt und einer zarten, inneren Gelenkschleimhaut (Synovia), die die Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) produziert, die den Knorpel hauptsächlich ernährt und die Reibungskräfte mindert.

Das Kniegelenk wird in drei Gelenkabschnitte eingeteilt. Diese Einteilung ist sinnvoll, weil bei Erkrankung nur eines Gelenkabschnittes auch nur ein einzelner Gelenkabschnitt durch ein Kunstgelenk (sog. Schlittenendoprothesen) ersetzt werden kann. Der innere Gelenkabschnitt liegt zwischen der inneren Oberschenkelrolle und dem inneren Schienbeinkopf mit dem Innenmeniskus. Der äußere Gelenkabschnitt liegt zwischen äußerer Oberschenkelrolle und äußerem Schienbeinkopf mit dem Außenmeniskus. Der vordere Gelenkabschnitt liegt zwischen der Rückseite der Kniescheibe und dem Gleitlager am Oberschenkel.

Beim Bewegungsablauf des Kniegelenkes, d.h. beim Beugen und Strecken, handelt es sich nicht um eine reine Scharnierbewegung, sondern um eine Rollgleitbewegung des Oberschenkels auf dem Unterschenkel. Jede Schädigung einer oder mehrerer Strukturen des Kniegelenkes, kann zu einer Störung des Gleichgewichtes führen und somit einen Gelenkverschleiß – Arthrose – auslösen.

Zurück Weiterempfehlen Seite drucken