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Was passiert vor, während und nach der Operation?

Vor der Operation

Wichtig ist, dass Sie in einem möglichst gesunden Zustand in die Klinik kommen.
Eventuell bestehende Herz-Kreislauf-Probleme und hoher Blutdruck müssen medikamentös gut eingestellt sein, ebenso eine Zuckerkrankheit. Alle Infektionen müssen vor der Operation abgeklärt und behandelt werden, wie Abszesse an den Zähnen, Blasenerkrankungen, Ulzera (Geschwüre) an den Beinen etc. In der Regel ist das Einsetzen einer Knieprothese ein geplanter Eingriff, auf den Sie sich gut vorbereiten können. So sollten Sie z.B. auf Ihr Gewicht achten. Über die Möglichkeiten einer Eigenblutspende sollten Sie rechtzeitig mit Ihrem Arzt sprechen. Die Operation wird in Voll- oder Teilnarkose durchgeführt. Welche Methode sich in Ihrem Fall empfiehlt, wird der Anästhesist mit Ihnen besprechen.

Operationsverlauf

In der Regel wird die Operation in folgender Weise ablaufen:

  • Das Kniegelenk wird von vorn eröffnet und dann so weit gebeugt, dass man alle Anteile gut einsehen kann.
  • Nach Entfernung von noch vorhandenen Menisci und Abtragung von Knochenzacken wird mit entsprechenden Schablonen der Knochen so bearbeitet, dass die Prothesenteile gut aufsitzen können. Nachdem mit Probeprothesen der Lauf und die Beweglichkeit des Kniegelenkes überprüft worden sind, wird die Originalprothese zementfrei eingesetzt oder mit einem speziellen Knochenzement fixiert.
  • Am Ende der Operation werden Drainagen (kleine Schläuche) in das Knie eingelegt und das Knie schichtweise wieder zugenäht und mit einem festen Verband umwickelt.

Miniinvasive Technik

Falls ihr Kniegelenk nicht komplett geschädigt ist, kann auch über einen sog. Minizugang, also einen Hautschnitt von nur ca. 6 bis 9 cm, ein Teilersatz des Gelenkes (Schlittenendoprothese) durchgeführt werden.

Nach der Operation

Durch die in die Wunde eingelegten dünnen Drainageschläuche kann das nachsickernde Blut abfließen und damit Blutergüsse verhindern.  So früh wie möglich nach der Operation werden Übungen für die Beweglichkeit des Gelenkes gemacht. Ein speziell für Sie zusammengestelltes Übungsprogramm wird durchgeführt, so dass Sie lernen, das Kniegelenk zu bewegen, die Muskeln zu trainieren und dann wieder zu laufen.

Was passiert in den ersten Tagen nach der Operation?

Die Behandlung nach der Knieprothesenoperation variiert von Klinik zu Klinik etwas, aber es lässt sich ein grundsätzliches Schema der Nachbehandlung aufstellen.  Das operierte Bein wird auf eine Schiene gelegt, die sich langsam bewegt und damit das Knie in Beugung und Streckung bringt, der Bewegungsumfang kann so kontinuierlich erweitert werden.

Die in die Wunden eingelegten Drainagen werden am ersten oder zweiten Tag nach der Operation wieder entfernt. Außerdem werden noch eine Röntgenkontrolle und über mehrere Tage hinweg Blutuntersuchungen durchgeführt. Da nach einer solchen Operation in den ersten Tagen Schmerzen zu erwarten sind, können Sie sich Schmerzmittel geben lassen. Täglich bekommen Sie eine Spritze, im Allgemeinen in eine Bauchfalte, mit dem Blutverdünnungsmittel, das zur Verhinderung von Thrombosen oder Embolien dient.

Zusätzlich zu der passiven Bewegungsschiene wird eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut mit Ihrem Knie Übungen durchführen, um zum einen wieder eine gute Beweglichkeit zu erreichen und zum anderen die Muskulatur zu kräftigen, damit Sie Ihr Knie wieder aktiv stabilisieren können. Zwischen dem dritten und fünften Tag können Sie wieder die ersten Schritte machen, zuerst in Begleitung Ihres Physiotherapeuten. Wenn Sie sich sicher genug fühlen, können Sie später auch alleine laufen. Wichtig ist, dass das operierte Bein etwa 6 Wochen nicht voll belastet werden sollte. Sie müssen deshalb zwei Unterarmstützstöcke (Krücken) benutzen, um das operierte Bein nur teilzubelasten.

Wenn Sie genügend Sicherheit beim Gehen auf ebenem Boden erreicht haben, wird mit Ihnen das Treppensteigen geübt. Zwischen dem 10. und 14. Tag nach der Operation werden die Fäden oder Klammern entfernt.
Die Entlassung erfolgt ca. am 7. bis 8. Tag und Sie können bald in die Nachbehandlung nach Hause oder in eine Reha-Klinik entlassen werden.

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