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Tumorchirurgie

Dickdarm- und Mastdarmkrebs

In Deutschland erkranken jährlich etwa 28.000 Frauen und 24.000 Männer an  Dickdarm- oder Mastdarmkrebs. Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Lebensalter. Die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs sind nicht abschließend geklärt. Der Krebs entsteht in Zellen der Darmschleimhaut. Dabei kommt es zu einer schrittweisen Veränderung von kleinen, gutartigen Polypen über größere Polypen mit Zellveränderungen, bis hin zur Entartung der Polypen und Entstehung eines Dickdarmkrebses. Rund zehn Prozent aller Darmkrebserkrankungen sind Folge erblicher Vorbelastung. Auch die Ernährungsweise scheint Einfluss zu haben. Vor allem fett- und fleischreiche Kost sowie zu wenig Ballaststoffe erhöhen das Risiko.

Wie erkennen wir den Darmkrebs?

Bei mehr als der Hälfte der Patienten zeigt der Tumor lange Zeit keine Symptome. Die wichtigsten Warnzeichen sind Blutbeimengungen im Stuhl, aber auch auffällige, anhaltende Veränderungen der Stuhlgewohnheiten. Beide Symptome müssen dringend abgeklärt werden. Die wichtigste Untersuchungsmethode ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei kann der Arzt die Darmschleimhaut genau untersuchen und aus verdächtigen Bezirken Gewebeproben entnehmen. Eine feingewebliche Untersuchung gibt Aufschluss darüber, ob es sich um Krebs handelt.

Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes und eine Röntgenaufnahmen der Lunge zur Auffindung möglicher Tochtergeschwülste sowie die Bestimmung des Tumormarkers CEA (carzinoembryonale Antigen), das bei Darmkrebs häufig vermehrt im Blut auftritt, runden die Diagnostik ab.

Welche Therapiemöglichkeiten bestehen beim Darmkrebs?

Im Zentrum der Behandlung des Darmkreb steht die Operation. Der gesamte, vom Tumor betroffene Darmabschnitt und die zugehörigen Lymphknoten werden entfernt. Sitzt der Tumor in einem höheren Darmabschnitt (Dickdarmkrebs), wird das entsprechende Stück entfernt und die Enden direkt aneinander genäht.

Bei Sitz im Mastdarm (Rektum), sehr nahe am Darmausgang (siehe Bild), versucht man, den Schließmuskel und damit den natürlichen Ausgang zu erhalten. Am ehesten ist dies möglich, wenn der Tumor klein und auf die innersten Schichten der Darmwand beschränkt ist. Aber auch große Tumoren lassen sich durch eine Behandlung mit krebswachstumshemmenden Medikamenten (Zytostatika, Chemotherapie) und örtlicher Strahlenbehandlung meist so verkleinern, dass der Schließmuskel erhalten werden kann und die Heilungschancen verbessert sind.

Aus dem wieder anzuschließenden Darm wird eine Tasche gebildet, um einen neuen Mastdarm als Stuhlreservoir nachzubilden. Dieser so genannte „Pouch“ wird unmittelbar an den After angeschlossen.

Ist aus Sicherheitsgründen bei einem sehr nah am After gelegenen Tumor der Wiederanschluss nicht möglich, erhält der Darm auf Dauer einen künstlichen Ausgang durch die Bauchdecke (Stoma, Anus praeter).

Bei der Operation muss auf die Schonung der Nervengeflechte im Becken unbedingt geachtet werden, um die Blasenfunktion und die männliche Potenz nicht zu beeinträchtigen.

Seit einigen Jahren hat sich die minimalinvasive Operationsmethode in der Darmkrebstherapie etabliert und zeigt bei der Tumorbehandlung gleich gute Ergebnisse wie die offene OP mit Bauchschnitt.

Der Patient genießt jedoch bei der „ Schlüsselloch-OP“ die Vorteile der Methode:

  • geringere Verwachsungen im Bauchraum
  • schnellere Genesung
  • weniger Wundinfektionen
  • weniger  Narbenbrüche
  • besseres kosmetisches Ergebnis

Weiterhin wird durch diese OP-Methode eine geringere Beeinträchtigung des Immunsystems diskutiert und damit eine bessere Abwehrlage gegen den Tumor. Dieser Effekt ist jedoch abschließend noch nicht bewiesen.

Die Nachbehandlung

Bei kleinen, nicht in die Tiefe der Darmwand vorgedrungenen und örtlich begrenzten Tumoren ist keine weitere Behandlung nach der Operation nötig. Wurden in den bei der Operation mitentfernten Lymphknoten Tumorzellen gefunden, erfolgt eine Chemotherapie, die in regelmäßigen Abständen über mehrere Wochen verabreicht wird.

Beim Mastdarmkrebs hat sich die Kombination der Chemotherapie mit einer Strahlentherapie der ehemaligen Tumorregion bewährt, welche das Risiko eines örtlichen Wiederauftretens der Erkrankung vermindern kann. Auch wenn bei Diagnose bereits Metastasen (Tochtergeschwüste) vorhanden sind, ist die operative Entfernung des Tumors in der Regel notwendig. Einzelne Tochtergeschwülste in Leber oder Lunge werden nach Möglichkeit ebenfalls operiert.

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