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Schilddrüsenchirurgie

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ im Halsbereich, das die Luftröhre halbkreisförmig umfasst. Sie besteht aus einem rechten und linken Lappen, die brückenförmig (Isthmus) über der Luftröhre miteinander verbunden sind.


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Aufgabe der Schilddrüse

Die Schilddrüse produziert Hormone T4 (Thyroxin) und T3 (Triijodthyronin), die den Grundumsatz des Körpers regeln. Diese Hormone aktivieren das Herz-Kreislaufssystem, steigern die Schlagkraft des Herzmuskels und die Pulsfrequenz. Weiterhin wird durch die Hormonwirkung der Gesamtstoffwechsel gesteigert. Sie ist im Kindesalter wichtig für Wachstum und Entwicklung. Entsprechend wirkt eine Unterfunktion diesen Aktivitäten genau entgegen.

Welche Untersuchungen gehören zu einer Beurteilung der Schilddrüse?

Die sorgfältige Befragung des Patienten ergibt erste Hinweise auf Veränderungen im Bereich der Schilddrüse. Die Patienten verspüren bei einer Vergrößerung der Schilddrüse ein Druckgefühl im Bereich des Halses, ein Kloßgefühl und möglicherweise eine Schwäche der Stimme bis hin zu einer Atemstörung bei großen Schilddrüsen. Zeichen für eine Überfunktion sind Gewichtsverlust, Schweißausbrüche, leicht erhöhte Temperatur, warme feuchte Haut, weiches dünnes Haar, vermehrte Durchfälle, Muskelschwäche, gesteigerte Nervosität und Schlafstörungen.

Zeichen für eine Unterfunktion sind Gewichtszunahme, trockene kühle teigige Haut, trockenes brüchiges Haar, körperlicher und geistiger Leistungsabfall, Antriebsarmut, Müdigkeit und Verlangsamung.

Die Tastuntersuchung des Halses dient einer Größenbeurteilung der Schilddrüse, dem Erfassen von möglichen Knoten oder Lymphknotenvergrößerungen sowie der Beurteilung der Härte des Schilddrüsengewebes.

Die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse gibt Auskunft über die Lage, die Form und die Größe der Schilddrüse. Sie zeigt knotige Veränderungen in der Schilddrüse und mögliche Vergrößerungen von Lymphknoten.

Das Szintigramm ist eine Untersuchungsmethode, die nach Verabreichung von radioaktivmarkiertem Technetium eine Darstellung der Stoffwechselaktivität der Schilddrüse ermöglicht. Bei einem so genannten kalten Knoten nimmt die Schilddrüse sehr wenig radioaktives Technetium auf, bei einem heißen Knoten ist im Szintigramm eine vermehrte Aktivität eines bestimmten Schilddrüsenareals zu sehen, häufig im Zusammenhang mit einer Unterdrückung der Aktivität des Restgewebes.

Bei der Laboruntersuchung werden die Schilddrüsenhormone  (T3, T4) und das die Schilddrüsen stimulierende Hormon (TSH) aus der Hirnanhangsdrüse bestimmt. Die gemeinsame Betrachtung der Ultraschall-, Szintigraphie- und Laborergebnisse lässt die richtige Diagnose stellen und gibt eindeutige Hinweise für die erforderliche Therapie.

Therapie

Es gibt eine Vielzahl von Schilddrüsenerkrankungen, die eine unterschiedliche Behandlung erfordern. Prinzipiell gibt es medikamentöse, strahlentherapeutische und chirurgische Behandlungsverfahren, die gelegentlich auch miteinander kombiniert werden müssen.

Wir beschränken uns in unserer Darstellung auf die chirurgischen Therapiemöglichkeiten.

Chirurgisches Vorgehen

Je nach Untersuchungsbefund der oben genannten Methoden zeigt es sich, ob man nur einen Teil oder die gesamte Schilddrüse entfernt. Bei bösartigen Erkrankungen ist es erforderlich, Lymphknoten oder sogar Muskelanteile mit zu entfernen.

Das Ziel der modernen Schilddrüsenchirurgie liegt in einer befundorientierten und wenn möglich funktionserhaltenden Entfernung. Das krankhaft veränderte Gewebe (Knoten oder funktionell überaktives Schilddrüsengewebe) muss entfernt werden. Gesundes Schilddrüsengewebe muss, soweit dies operationstechnisch möglich ist, erhalten werden.

Bei der Operation kann es zu einer Verletzung eines Stimmbandnerves (Nervus laryngeus recurrens) und eines Kehlkopfnerves (Ramus externus des Nervus laryngeus superior) kommen. Beide Nerven verlaufen in unmittelbarer Nähe zur Schilddrüse. Bei der Operation müssen diese Nerven sorgfältig geschont werden, da es sonst zu einer Heiserkeit (Nervus laryngeus recurrens) bzw. zum Verlust der Stimmhöhe sowie zu einer schnellen Ermüdung der Stimme (Ramus externus des Nervus laryngeus superior) kommt.

Um Nervenverletzungen zu vermeiden, gibt es seit einigen Jahren eine spezielle Untersuchungsmethode, das so genannte Neuromonitoring, in der Schilddrüsenchirurgie mit der

  1. eine Identifikation der Nerven während der Operation und
  2. eine Funktionsbeobachtung der Nerven erfolgen kann.

Diese Methode wird routinemäßig in unserer Klinik in der Schilddrüsenchirurgie eingesetzt und reduziert das Risiko von dauerhaften Stimmband- bzw. Kehlkopfnerven-Verletzungen.

Aufgrund ihrer wichtigen hormonellen Aktivität legen wir großen Wert auf die Schonung der 4 Nebenschilddrüsen, die ebenfalls in unmittelbarer Nähe zur Schilddrüse lieg

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